| Der Audi e-tron
Der Audi e-tron2019-08-16T14:46:40+00:00

Entspannt unter Strom. Der Audi e-tron.

Vollelektrisch durch das Allgäu. Geht das überhaupt? Die Reichweite ist das häufigste Argument gegen E-Autos. Aber ist diese Sorge noch berechtigt?
Ein Selbsttest soll die Antwort bringen.

Jetzt, wo auf den Bergen mehr Grün als Weiß zu sehen ist, schnüren wieder zahlreiche Allgäuer ihre Wanderschuhe, packen die Brotzeit ein und machen sich auf den Weg. Das Ziel: einer der vielen Gipfel bei uns im Allgäu sowie die Ruhe und Entspannung der Bergwelt. Da oben lauscht man dem Rauschen des Windes, dem Klang der Kuhschellen und hier und da dem Glucksen eines Gebirgsbaches. Mit diesen Bildern im Kopf trete ich das Gaspedal durch und der Wagen beschleunigt. Kein Aufheulen, kein Röhren des Motors – nur ein leises Surren und draußen gleitet die Landschaft rund um den Niedersonthofener See vorbei. Ich blicke hinüber auf den Grünten und weit dahinter den Iseler. Zwischen zwei knöchrigen Eichen halte ich und steige aus. Der Audi e-tron, mit dem ich heute unterwegs bin, zieht die neugierigen Blicke anderer Autofahrer auf sich. An den Anblick elektrischer Cityflitzer haben wir uns auch im Allgäu schon weitgehend gewöhnt, aber ein vollausgestatteter SUV- und das elektrisch? Besonders wenn man weiß, dass der Wagen fast zweieinhalb Tonnen wiegt. Auf den ersten Blick fragt man sich unweigerlich: Und wie weit komme ich damit?

elektrisch? Besonders wenn man weiß, dass der Wagen fast zweieinhalb Tonnen wiegt. Auf den ersten Blick fragt man sich unweigerlich:
Und wie weit komme ich damit?

Also wieder rein in den Wagen, Motor starten, Radio an, Klimaanlage an und dann los. Zunächst geht es gemütlich über die Landstraße in Richtung Ettensberg
und Eisenbolz. Die Batterien sind halb voll und zeigen eine Reichweite von 210 Kilometern an. Dann trete ich das Gaspedal durch. Jetzt zeigt sich der größte Spaßfaktor: das Drehmoment. Bei E-Autos steht das volle Drehmoment des Motors nahezu sofort zur Verfügung. Der Wagen zieht also ohne Verzögerung ab. Die zwei Elektromotoren an der Vorderund der Hinterachse liefern zusammen 408 PS und die schieben den Wagen nun sportlich durch die zahlreichen Kurven. Ein Grinsen breitet sich auf meinem Gesicht aus. Ich sitze in einem Wagen, der nicht lauter ist als eine elektrische Zahnbürste, aber fährt wie ein Acht-Zylinder PS-Bolide. Das macht Spaß.

Nach der beschleunigten Fahrt über gut zehn Kilometer ein weiterer Blick auf den Batteriestand: immer noch 180 Kilometer Reichweite.
Nun schalte ich das Radio aus und siehe da, es sind schon wieder 190 Kilometer. Die weitere Fahrt lasse ich es gemütlich angehen. Auch dafür ist der e-tron wie geschaffen. Der Wagen scheint durch die Landschaft zu schweben. Weiter geht es in Richtung großer Alpsee und Immenstadt. Gerade beim Bergabfahren kommt eine weitere Besonderheit von E-Autos zum Tragen. Die Rekuperation. Sprich, die Zurückgewinnung von Energie durch Bremsen.
Jeder Bremsvorgang lädt die Batterien ein Stückchen auf. Unweigerlich überlege ich, wie viel Energie ich wohl beim

Herunterfahren des Riedbergpasses oder der Jochstraße von Oberjoch zurückgewinnen könnte. Aber die Beantwortung dieser Frage muss warten.
Auch wenn der Batteriestand laut Anzeige noch für 160 Kilometer reichen sollte, wäre es gut zu wissen, wo man im Notfall eigentlich „tanken“ könnte?
Noch ist mir auf meinem Weg keine Ladesäule aufgefallen. Das Navigationsgerät des e-tron zeigt zwar für alle Strecken die vorhandenen Ladesäulen an, dennoch beschließe ich, mich im Anschluss an meine Fahrt mal bei den Leuten zu erkundigen, die es wissen müssen: Den Experten für Elektromobilität des Allgäuer Überlandwerks, die sich bereits seit 2009 um die Ladeinfrastruktur im Allgäu kümmern.

Karl Christe, Leiter Vertrieb und Marketing beim AÜW, wartet auf einem der Parkplätze für Elektroautos vor der AÜW-Zentrale in Kempten.

Bevor wir anfangen, uns über die Elektromobilität im Allgäu zu unterhalten, öffne ich den Verschluss zur Steckdosedes e-tron. Auf Knopfdruck gleitet eine
Klappe an der Fahrerseite auf und gibt den Anschluss frei. Dann hole ich das Kabel unter der Motorhaube hervor und schließe das eine Ende an den Wagen an. Karl Christe schaltet derweil die Ladesäule frei, was mit der AllgäuStrom-Mobil-Ladekarte oder App möglich ist, und verbindet das andere Kabelende. Am e-tron beginnt ein grünes Licht zu leuchten. Der Wagen wird aufgeladen. Knapp 70 solcher Ladepunkte betreiben AÜW und andere regionale Versorger der AllgäuStrom-Kooperation im Allgäu (siehe Karte).

„Die sind strategisch gut verteilt“, sagt Karl Christe, „sodass man fast überall im Allgäu die Möglichkeit hat, seinen Wagen zu laden.“ Dabei gibt es zwei verschiedene Systeme. Zum einen Schnellladestationen mit einer Ladeleistung von bis zu 50 kW. Diese hat das AÜW zumeist in der Nähe von Fernverkehrsstraßen platziert. Dort wo es auch ein Café gibt, um die Ladezeit zu überbrücken. Die Normalladestationen mit einer Leistung von 11 bis 22 kW stehen an Orten, an denen man sich länger aufhält. Dazu gehören Einkaufszentren, Wander-

parkplätze, Talstationen von Bergbahnen oder Schwimmbäder. Der Wagen braucht an diesen Ladesäulen etwas länger.

„Beim Thema E-Mobilität denken die meisten Menschen an die Reichweite“, erläutert Karl Christe. „Laut dem Verband der Elektrotechnik lag im Jahr 2010 die tägliche Fahrstrecke in 80 Prozent der Fälle bei weniger als 20 Kilometer. Weitere 15 Prozent der Autofahrer legten täglich bis zu 50 Kilometer zurück. Schon heute bieten aber die meisten E-Autos eine Reichweite von 200 Kilometern.“ Das bringt mich wieder zu der Frage: Wie weit komme ich mit dem e-tron?

Ich ziehe die Stecker raus, verstaue sie, verabschiede Herrn Christe und fahre weiter.
Unter Realbedingungen: Erneut schalte ich all die Dinge ein, die ich auch sonst so nutze: Radio, Klimaanlage und Navi. Ich cruise eine ganze Weile durchs Allgäu. Ohne Ziel und ohne schlechtes Gewissen, denn ich bin ja abgasfrei unterwegs. Mindestens 380 Kilometer lautet mein Fazit am Ende der Fahrt. So weit kommt der e-tron unter Realbedingungen. Ein stolzes Ergebnis.

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